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02.04.2021 - Erneuter Balkonbrand in einem Beherbergungsbetrieb

Erstellt von Mathias Renn
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Einsatzdaten:

Einsatzort: Stans, Am Rain
Alarmierungszeit: 03:12 Uhr
Einsatzende: 04:30 Uhr
Alarmierung per: Sirene & Pager Sammelruf

Kräfteübersicht:

Einsatzleiter: OBI Simon Mair
Mannschaftsstärke: 25
Fahrzeuge: KDOFA, TLFA, LFBA, LASTA
Weitere Kräfte: Feuerwehr Schwaz, Rettungsdienst, Polizei

Nur wenige Stunden nachdem der letzte Einsatz beendet war heulten gegen 3 Uhr in der Früh erneut die Sirenen in Stans. Der Wachmann einer Sicherheitsfirma führte gerade seinen Rundgang an einem Industrieobjekt durch, als er nebenan den Brand auf einem Balkon wahrnahm. Sofort wählte er den Notruf und die Feuerwehr Stans wurde erneut mit Sirene und Pager sowie die Feuerwehr Schwaz mit der Drehleiter wurden alarmiert. Es handelte sich dabei um denselben Einsatzort wie nur wenige Stunden zuvor. Als die ersten Kräfte vor Ort eintrafen konnten die Bewohner den Brand bereits mit einer Gießkanne großteils ablöschen. Diesmal brach das Feuer einige Meter entfernt von der vorherigen Stelle aus. In Folge wurde mit einem C-Strahlrohr der gesamte Balkon erneut mit Wasser und mit zusätzlich beigesetztem Netzmittel, welches ein tieferes Eindringen in das Brandgut ermöglicht, nochmals durchnässt. Die Kontrolle mit der Wärmebildkamera ergab keine Auffälligkeiten. Und abermals war es ein riesen Glück, dass das Feuer zufällig und so früh entdeckt wurde. Dem aufmerksamen Wachmann dafür ein herzliches Dankeschön.

Trotzdem stellt sich die Frage, wie es zu diesem Brand kommen konnte. Immerhin wurde der gesamte Balkon zuvor komplett bewässert und mittels Wärmebildkamera kontrolliert. Es wird vermutet, dass die Blumentröge durch das Wetter der letzten Tage derart trocken waren, dass sie das zuvor eingebrachte Wasser nicht richtig aufnehmen konnten. Sie boten jedoch den Nährboden für versteckte Glutnester, ähnlich bei einem Waldbrand. Diese sind so klein und so tief versteckt, dass sie mit der Wärmebildkamera nicht erfassbar sind. Mit der Zeit können diese jedoch wieder auflodern und führten wie in diesem Fall erneut zum Brand. Dieser Umstand war auch für die Kräfte der Feuerwehr absolut nicht vorhersehbar, wenngleich es einen unzufriedenstellenden Beigeschmack hat, wenn man zu einem Einsatzort zweimal hinfahren muss. Feuerwehrmänner- und Frauen sind auch nur Menschen, die ihre Freizeit in den ehrenamtlichen Dienst der Allgemeinheit stellen. Dass es zu so einer nicht vorhersehbaren Situation kommt ist zwar nicht das gelbe vom Ei, jedoch menschlich. 

Nochmals möchten wir uns bei den Kameraden der Feuerwehr Schwaz, des Rettungsdienst Tirol sowie der Polizei für ihre Unterstützung und die Zusammenarbeit bedanken.